David Floyd – Hier ist was in Bewegung – offizieller Song der Grünen Schleife

Die Grüne Schleife setzt mit dem Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ein Statement für mehr Akzeptanz und Toleranz gegenüber psychischen Erkrankungen. Denn fast jede*r Dritte erkrankt im Zeitraum eines Jahres an einer psychischen Erkrankung. Deshalb gilt: Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Burnout, Bipolare Störungen, Angststörungen, Borderline und Schizophrenie, um nur ein paar zu nennen, müssen raus aus der Tabu-Ecke! Unser Ziel ist, dass sich Menschen in psychischen Krisen trauen, ihre Probleme offen anzusprechen und so rechtzeitig notwendige Hilfe erhalten.

PRESSEMITTEILUNG: „Wir brauchen einen Klimawandel beim Umgang mit psychischen Erkrankungen!“

10.10.2021 16:09

PRESSEMITTEILUNG

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„Wir brauchen einen Klimawandel 
beim Umgang mit psychischen Erkrankungen“


Deutsche DepressionsLiga e.V. fordert von der künftigen Bundesregierung bessere und nachhaltige Politik beim Thema seelische Gesundheit

Bonn/Frankfurt, 10. Oktober 2021 – Anlässlich des Welttages der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober appelliert die Deutsche DepressionsLiga e.V. (DDL) an alle Parteien und insbesondere an jene, die die künftige Bundesregierung bilden: Deutschland braucht nicht nur eine bessere und nachhaltige Klimapolitik bezogen auf Umwelt und Natur, sondern auch in Sachen seelischer Gesundheit und psychischer Erkrankungen. Auch hier muss ein Wandel eintreten, damit sich das Klima für Betroffene verbessert. 

Reden Sie, sehr geehrte Bundespolitikerinnen und Bundespolitiker, nicht nur über die „Volkskrankheit Depression“ (jährlich erkranken in Deutschland daran ca. 5,3 Millionen Menschen) – handeln Sie! Sorgen Sie dafür, dass Betroffene nicht lange auf einen Therapieplatz warten müssen! Sorgen Sie dafür, dass Betroffene weder in der Gesellschaft noch in der Arbeitswelt sich ihrer Erkrankung schämen und sie verstecken müssen! „Es kann nicht sein, dass sich auch im 21. Jahrhundert noch ein Mensch als Außenseiter oder als Verlierer fühlen muss, weil er an Depression erkrankt ist“, sagt Vorsitzende Waltraud Rinke.

Hören Sie, sehr geehrte Politikerinnen und Politiker, bei Ihren Koalitionsverhandlungen, bei Überlegungen zu Gesetzesänderungen (Stichwort: „Rasterpsychotherapie“) und bei Beratungen nicht nur die Stimmen von Wissenschaftlern und Medizinern, hören Sie insbesondere die Stimmen der Betroffenen. Entscheiden Sie nicht über sie, sondern gemeinsam mit ihnen, um für alle Beteiligten ein gutes Klima zu schaffen. „Es braucht in Deutschland ein viel besseres Klima der Akzeptanz von psychischen Erkrankungen“, sagt der stellv. Vorsitzende und Sprecher der DDL, Armin Rösl. „Im Wahlkampf betonten die Parteien, dass es ein ,weiter so‘ nicht mehr geben dürfe. Das gilt auch im Umgang mit dem Thema seelische Gesundheit und der Depression.“

Während die Parteien noch über mögliche Koalitionen für die neue Bundesregierung verhandeln, haben die Mitglieder der DDL bei der Mitgliederversammlung am 9. Oktober in Frankfurt am Main ihren neuen Vorstand gewählt und ihm den klaren Auftrag gegeben: Die DDL setzt sich gemeinsam mit ihren Mitgliedern auf allen Ebenen weiter für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Betroffenen ein.

Der Vorstand: 

Vorsitzende: Waltraud Rinke
Stellv. Vorsitzender und Öffentlichkeitsarbeit: Armin Rösl
Kassenwart: Frank Mercier
Schriftführerin: Christine Müller
Beisitzer*innen: Stefanie Waßmann, Karsten Schröder, Jürgen Leuther

Mit freundlichen Grüßen

Armin Rösl
Stellv. Vorsitzender und Sprecher

Telefon: 07144-70489-60

E-Mail: a.roesl@depressionsliga.de

Keine Rasterpsychotherapie !

https://www.change.org/p/jens-spahn-keine-rasterpsychotherapie

https://taz.de/Neue-Regelung-fuer-Therapie/!5767804/

Wer seelisch leidet, braucht professionelle Hilfe. Auf dem Weg dorthin gibt es eine innere Hürde, sich zu überwinden, und eine äußere: der Zugang zu einer entsprechenden Therapie. Die zweite Hürde soll nun größer werden.

Das Bundesgesundheitsministerium möchte das sogenannte Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) um eine Regelung ergänzen, die den Zugang zu Psychotherapie weiter bürokratisieren soll. Laut einer Formulierungshilfe des Ministeriums für einen entsprechenden Änderungsantrag, die der taz vorliegt, soll der dafür zuständige Gemeinsame Bundesausschuss prüfen, „wie die Versorgung von psychisch kranken Versicherten bedarfsgerecht und schweregradorientiert sichergestellt werden kann“. Fachverbände lehnen das ab.

Heilpraktiker für Psychotherapie

Zahlen und Fakten zum Berufsstand

https://www.gesamtkonferenz-heilpraktiker.de/heilpraktiker-fuer-psychotherapie/

Der Beruf Heilpraktikerin/Heilpraktiker für Psychotherapie ist seit 1993 ein anerkannter Freier Beruf auf der Basis des Heilpraktikergesetzes und eines wegweisenden Urteils des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG, 21. Januar 1993, Az. 3 C 34.90). Er ist im deutschen Gesundheitswesen unverzichtbar für die psychotherapeutische Versorgung der Bevölkerung.

Über 10.000 Berufsangehörige sind in ihren eigenen Praxen mit täglich rund 27.000 Patientenkontakten tätig. Das entspricht über neun Millionen Patientenkontakten im Jahr.

Die psychotherapeutische Behandlung durch Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker für Psychotherapie ist trotz der fehlenden Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen immer mehr gefragt und ein unverzichtbarer Bestandteil der psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland.

Aufgrund der fehlenden Kostenübernahme entlasten sie die gesetzlichen Krankenkassen jährlich mit ca. 226 Millionen Euro. Nur rund zehn Prozent der Selbstzahler sind privat krankenversichert.

Fakten zum Beruf

Die Wartezeit auf einen kassenfinanzierten Therapieplatz beträgt nach wie vor durchschnittlich 20 Wochen – auch nach der Strukturreform der Psychotherapierichtlinien. Bei Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern für Psychotherapie gibt es hingegen keine langen Wartezeiten. Sie bieten schnell Termine an. Dies ist extrem hilfreich für Menschen in psychischen Ausnahmesituationen sowie bei akuten Konflikten, Problemen und Krisen.

Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker für Psychotherapie unterliegen – genau wie die approbierten ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten – zahlreichen gesetzlichen Vorschriften und der Kontrolle durch die Gesundheitsämter, u.a. Behörden.

Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker für Psychotherapie verfügen über qualifizierende Aus- und Fortbildungen, ohne die sie die amtlichen Überprüfungen nicht bestehen würden. Zudem könnten sie sich auch ohne entsprechende Qualifizierung auf dem freien Markt nicht behaupten.

Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker für Psychotherapie unterstellen sich der Berufsordnung und Berufsaufsicht ihres Berufsverbandes. Sie vertreten ein breites Spektrum psychotherapeutischer Methoden über die sog. „Richtlinienverfahren“ hinaus und werden damit der Patientennachfrage und Behandlungsbedürftigkeit psychischer und psychosomatischer Krankheiten gerecht.

Welche Gründe führen häufig zu einer heilpraktischen, psychotherapeutischen Behandlung:

Der lange Leidensweg

Die Psycho-Diagnose

Der Wert der Gesundheit

Hintergrundinformationen – Psychotherapie in Deutschland

In Deutschland haben rund 18 Millionen Menschen Bedarf an Psychotherapie – das sind ca. 28 Prozent der Bevölkerung. Trotz der in eigener Praxis tätigen, knapp 27.000 krankenkassenzugelassenen Psychotherapeutinnen und -therapeuten, wird die psychotherapeutische Versorgung als Krankenkassenleistung von vielen Patienten und Psychotherapeuten als deutlich unzureichend bewertet. Mehrere Studien verweisen auf den Versorgungsmangel in der Psychotherapie.

Hauptkritikpunkte sind u.a. die langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz (in manchen Bereichen bis zu neun Monaten) sowie eine fehlende Balance in der Verteilung von Praxen in Städten bzw. auf dem Land.

Sämtliche bislang von der Politik und den Fachverbänden eingeleiteten Maßnahmen haben nicht spürbar zu einer Verbesserung der Situation beigetragen.

Das bedeutet, dass Menschen mit einem hohen Leidensdruck oder Erkrankungen wie Depressionen (die immerhin die zweithöchste Anzahl von Krankschreibungen in Deutschland verursachen) deutlich unterversorgt sind.